Akupunktur

Energie lenken

Die Akupunktur wird in der chinesischen Medizin als «äussere Therapie» (wai zhi) bezeichnet. Sie ist die gezielte therapeutische Beeinflussung von Körperfunktionen über spezifische Punkte an der Körperoberfläche. 

Gemäss dem Standardwörterbuch für Medizin, Pschyrembel, ist die Akupunktur «… eine Therapiemethode bei der an charakteristischen Punkten der Körperoberfläche an Meridianen entlang Akupunkturnadeln unterschiedlich tief eingestochen werden, wodurch energetische Störungen innerhalb des Organismus ausgeglichen bzw. einzelne Organsysteme angeregt oder gedämpft werden sollen.» 

Die Wirkung wird hauptsächlich über eine Anregung der körpereigenen Regulative erzielt. Verschiedene wissenschaftliche Studien anerkennen inzwischen die Wirksamkeit der Akupunktur. Jeder Akupunktur-Behandlung muss jedoch eine umfassende Diagnostik vorausgehen, welche Aufschluss über die Krankheit und deren zugrunde liegende Muster gibt.


Anwendungen: Punktgenau wirksam für Vieles

Dass die Akupunktur auch bei uns im Westen so häufig zum Einsatz kommt, ist eindeutig auf ihre positiven Wirkungen zurück zu führen: Besonders wirksam ist Akupunktur in der Schmerztherapie, zum Beispiel bei Migräne, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, Bewegungsleiden und rheumatischen Erkrankungen.

Darüber hinaus wirkt Akupunktur auch bei funktionellen Störungen der Atmung und der Verdauung, sowie bei chronischen und psychosomatischen Erkrankungen. Nicht immer umfassend wirksam ist reine Akupunktur bei Schwäche- und Mangelerscheinungen; in diesen Fällen erreicht sie ihr Ziel in Kombination mit anderen TCM-Methoden. 

Punkt um Punkt

In China oft zur Prophylaxe eingesetzt, wird Akupunktur im Westen vor allem zur Behandlung von Krankheiten angewendet. Der Körper verfügt über cirka 360 klassische Akupunkturpunkte. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, wählt der Akupunkteur meist mehrere Punkte auf verschiedenen Meridianen. Voraussetzung für eine wirksame Therapie ist die sehr gute Kenntnis des Gesundheitszustandes des Patienten.

Stich um Stich

Auch der Einstich der Nadeln richtet sich ganz nach dem Patienten und der erforderlichen Therapie. Die Nadeln können zwischen wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern (Gesässbereich) tief gesteckt werden. Schmerzen sind mit den Einstichen nicht verbunden; Wenn die gesuchte Stelle erreicht ist, spürt die Patientin ein leichtes Ziehen oder ein feines elektrisches Gefühl, das sie der Therapeutin miteilt.

Neben der klassischen Akupunktur existieren verschiedene verwandte Formen, die alle auf der Akupunktur aufbauen:

Elektro-Akupunktur

Die Elektro-Akupunktur arbeitet mit schwachen elektrischen Impulsen (zwischen 5 und 2'000 Hertz), welche die Nadeln dem Körper zuführen. Die erste erfolgreiche Elektro-Akupunktur wurde 1958 in China bei einer Mandelentfernung angewandt.
 

 

 

 


Laser-Akupunktur

Anstelle von Nadeln werden die Akupunkturpunkte mit medizinischem Laserlicht stimuliert. Der Vorteil: die Laser-Akupunktur ist absolut schmerzfrei. Sie wird bei Kindern und sehr schmerzempfindlichen Erwachsenen eingesetzt.

 

 

 

 

Ohr-Akupunktur
 
Am Ohr finden sich alle Reflexzonen des Körpers wieder: Der gesamte menschliche Körper ist in der Ohrmuschel «abgebildet». Ohr-Akupunktur wird unter anderem in der Schmerz-, Sucht- und Allergiebehandlung eingesetzt.

Da die über hundert Akupunkturpunkte des Ohres sehr nahe beieinander liegen und sehr empfindlich sind, ist eine punktgenaue Behandlung mit speziell dünnen Nadeln notwendig.

Mit Hilfe einer Metallsonde stellt man fest, welche Punkte empfindlicher und damit «gestört» sind. Die Nadeln werden meist zwanzig bis dreissig Minuten im Ohr belassen. Es können auch Dauernadeln oder Kügelchen aufgeklebt werden, welche dann mehrere Tage getragen werden.